Elektra Beckum HC 260 Hobelmaschine

Allgemeines zur HC 260 und technische Daten
Die HC 260 gibt es seit Mitte 1970 - später in 4 Ausführungen
Modellhistorie
Anfangs noch ganz schlicht ohne Lackierung, Aluminium blank, Stahl verzinkt, später dann der Hammerschlag-Lack bis sich das schöne Resedagrün ab 1986 etabliert hat.
Bis 1991 hießen die Hobelmaschinen nur HC 260, HC 260 E/ES, HC 260 M oder HC 260 K. Ab 1992, mit der Einführung der elektronischen Motorbremsen, wurde das N und gleich noch das B eingeführt (WNB und DNB).
Die HC 260 E bekam in 1983 eine neue Riemenscheibe wurde dann aber bald eingestellt während die Varianten M und K weiterentwickelt wurden.
Entscheidende Änderungen an der HC 260 gab es dann 1986 mit der Serien-Nr. 11.001 als das Gehäuse servicefreundlicher wurde und erst wieder 1992 mit Einführung der elektronischen Motorbremse.
Die HC 260 besteht aus ca. 106 maschinenspezifischen Teilen und ca. 69 Normteilen wie Muttern, Scheiben, Schrauben.
Normalerweise hatten Elektra Beckum HC 260 Hobelmaschinen Motoren von AEG verbaut, es gab jedoch 1991 scheinbar einen Engpass durch den dann einige Maschinen mit Motoren der VEM Elektromotoren GmbH bestückt wurden.
Im Jahr 1992 lag der Listen-Neupreis der HC 260 K 4,2 DNB bei 1.798,00 DM. Unter Berücksichtigung des amtlichen Euro-Umrechnungskurs und der Entwicklung des allgemeinen Verbraucherpreisindex würde sich ein heutiger (Stand 08/2026) Listen-Neupreis von ca. 1.765,00 € ergeben.
Aufbau der Bezeichnung:
HC steht für Hobel-Combinata bzw. Hobel-Centrum und meint eine Hobelmaschine die das Abricht- und Dickenhobeln in einer Maschine kombiniert.
260 gibt die Hobelbreite in mm an, hier also 260 mm Hobelbreite.
E und ES steht für die Variante mit dem Unimex Motor den man seitlich anbringen kann.
M steht für fest verbaute Motoren anstatt dem vorherigen Standard mit Unimo/Unimex Motoren
K steht für einen Kasten als Unterbau und ist Standard bei den 3,1 kW und 4,2 kW Maschinen.
Vierstellige Zahlen als Leistungsklassen in Watt, eine HC 260 4200 hat also 4200 Watt bzw. 4,2 kW Leistung.
D steht für 400 Volt Drehstromanschluss
W steht für 230 Volt Wechselstromanschluss
N steht für Nullspannungsschalter
B steht für die Motorbremse
Modelle ab 1992:
011 302 6081 - HC 260 2200 WNB
011 202 6053 - HC 260 3100 WNB
011 302 6090 - HC 260 2800 DNB
011 202 6061 - HC 260 4200 DNB
Sonderzubehör:
091 100 3791 - Langlochbohrvorrichtung
091 100 9811 - Spannständer Langlochbohrvorrichtung
091 100 3775 - Untergestell für HC 260 ES
091 100 3821 - Rollenständer
091 100 1020 - Messerleistenumbausatz HSS + Hartmetallmesser
091 100 1047 - Messerleistenumbausatz Hartmetall Hobelmesser
091 100 1004 - Biegsame Welle 0-8 mm Spannweite
091 100 1071 - Waxilit-Gleitmittel 70 gr. Dose
091 100 3805 - Zahnkranzbohrfutter 0,0 - 10
091 100 5603 - Streifenhobelmesser HSS mit Schroppschliff, nur mit Messerleistenumbausatz 091 100 1020 zu verwenden
091 100 7100 - Fahrgestell für HC 260 K
091 100 3783 - Fahrgestell für HC 260 M
091 100 9048 - Tragegriff
Seriennummern wurden anfangs noch für das gesamte Jahr einmalig vergeben. So hat jede Maschine von 1978 die S/N 100078. Bei den Unimex Maschinen, also der HC 260 E/ES gab es allerdings im Baujahr 1983 eine Serie mit der Nummer 100081 (8500 U/min max. Drehzahl der Messerwelle) und eine Seriennummer 300083 mit geänderter Zahnriemenscheibe und 6500 U/min max. Drehzahl der Messerwelle. Danach galt:
11.001 steht für Baureihe 11 (HC) Modellreihe (Serien-Nr.) 001 - Baujahr 1984 bis 1986
11.002 steht für Baureihe 11 (HC) Modellreihe (Serien-Nr.) 002 - Baujahr 1987 bis 1988
11.003 steht für Baureihe 11 (HC) Modellreihe (Serien-Nr.) 003 - Baujahr 1988 bis 1991
11.004 steht für Baureihe 11 (HC) Modellreihe (Serien-Nr.) 001 - Baujahr 1989 bis 1991
991234 - ab 1992 gab es richtige Seriennummern pro Maschine, im Allgemeinen für die HC 260 anfangs beginnend mit 99.
Technische Daten der Elektra Beckum HC 260 K 4200 DNB Baujahr 1993:
Typ: HC 260 K 4200 DNB
Messeranzahl: 2
Messer: HSS Hobelmesser
Motorbremse: elektronisch
Motorbremse Stillstand: 3 ~ 4 Sek.
Wiederanlaufschutz: Ja
Tischgröße: 280 x 1085 mm (BxT)
Maschinenbreite: ca. 58 cm / 47 cm (Version M / K)
Standfläche: 465 x 440 mm (BxT)
Arbeitshöhe: 860 mm
Abrichtbreite: 260 mm
Dickendurchlaß: 260 x 160 mm (BxH)
Dickendurchlaß minimal: ca. 3,1 mm
Spanabnahme Abrichte: 0 ~ 3 mm
Spanabnahme Dickte: 0 ~ 4 mm
Vorschubgeschwindigkeit: 5 m/min
Drehzahl Messerwelle: 6500 U/min
Motortyp: 4,2 D
Motorleistung P1: 4,2 kW S6 40%
Motorleistung P2: 2,0 kW S1
Drehzahl Motor: 2800 U/min
Netz: 400V 3Ph
Gewicht: 80 kg
Lärminformation nach DIN 45635
Schalleistungspegel Leerlauf: 92,2 dB(A)
Schalleistungspegel Arbeit: 95,4 dB(A)
Arbeitsplatzbezogener Emissionswert Leerlauf: 75,7 dB(A)
Arbeitsplatzbezogener Emissionswert Arbeit: 90,3 dB(A)
HC 260 Explosionszeichnung und Ersatzteilliste



Antworten auf Fragen und Myhten rund um die HC 260
"1995" - Der Elektra Beckum Mythos 1995
Vereinzelt liest oder hört man den Rat, beim Kauf einer Elektra Beckum HC 260 Hobelmaschine gezielt ein Baujahr ab 1995 zu wählen – angeblich seien dann „Kinderkrankheiten” der Maschine behoben. Dieser Rat hält weder logisch noch fachlich stand.
Logisch: Kinderkrankheiten treten typischerweise in den ersten Jahren nach Einführung eines neuen Konstruktionsstands auf – nicht 15 bis 20 Jahre später. Die HC 260 basiert auf einer Konstruktionslinie, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht. Wer bei einem derart etablierten Baujahresspektrum von „Kinderkrankheiten” spricht, zeigt damit vor allem eines: mangelnde Kenntnis der tatsächlichen Modellgeschichte.
Fachlich relevant sind bei der Elektra Beckum HC 260 Hobelmaschine M und K tatsächlich nur zwei Stichjahre:
1987 – Änderung am Chassis
1992 – Einführung der Motorbremse
Beide Änderungen sind konstruktiv bedeutsam und sollten bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden – ein Baujahr 1995 als solches bringt gegenüber 1992 keinen technischen Vorteil.
Im Gegenteil: Ab etwa 1995/96 hatte Elektra Beckum diverse Probleme, die sich dann auch unter anderem bei der Dickentisch-Auflage bemerkbar machten. Als weiteres leicht nachvollziehbares Beispiel: Ein Abrichttisch einer Maschine von 1988 bringt ca. 4,0 kg auf die Waage, ein Abrichttisch von 1998 dagegen nur rund 3,0 kg. Wer gezielt nach „möglichst spät” sucht, kauft damit tendenziell eher einen gewissen Nachteil als einen Vorteil ein.
Es "brummt"... gut oder schlecht? Die elektronische Motorbremse
Die HC 260 hat zwei verschiedene Starter, einmal den älteren "Gehäusestarter" OKE der unten im Gehäuse vom Untergestell sitzt und ab 1992 die Klinger und Born Starter mit der Motorbremse, die an der Seite der Hobelmaschine angeschraubt sind.
Während beim älteren OKE ein Brummen eher permanent ist und auf eine defekte oder bald defekte Spule schließen lässt, ist beim Klinger und Born Starter das Brummen ganz normal aber nur für etwa 6 Sekunden zu hören. Das Brummen ist die Motorbremse, diese startet mit dem ausschalten der Maschine und läuft insgesamt etwa 10-12 Sekunden. Hörbar sind von diesen ca. 10 Sekunden aber nur ca. 6 Sekunden wenn die Messerwelle zum Stillstand gekommen ist. Die Motorbremse gibt auf den Motor einen Gegenstrom von etwa 38 Volt um den Motor sanft abzubremsen. Da die Motorbremse einstellbar ist gibt es individuelle Einstellungen/Lautstärken, zu stark/zu laut ist wie man sich schon denken kann nicht gesund.
In den 10 Sekunden der aktiven Motorbremse sollte die Maschine, der Motor, nicht wieder eingeschaltet werden und auch nicht vom Netz getrennt werden, erst danach.
Das Verhalten betrifft nicht nur die HC 260 sondern auch andere Elektra Beckum Maschinen mit elektronischer Motorbremse.
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